Demontieren wir ein Nationaldenkmal.

Der lange Abschied von Immanuel Kant. Vom Ende der Diktatur der Vernunft

300 Jahre Kant: 2024 wurde der Königsberger Philosoph mit Feuilleton-Sonderseiten, Neuauflagen und Podcasts gefeiert. 2025 jährte sich sein Geburtstag zum 300. Mal – und das Bild des „Giganten der Aufklärung“ wurde noch einmal festgezurrt.

Jetzt ist der Moment gekommen, die Ikone vom Sockel zu holen und nüchtern zu fragen: Hilft uns Kant heute noch – oder steht er uns im Weg?

 

Der lange Abschied von Immanuel Kant - Front

 

Warum dieses Buch jetzt nötig ist

Nach dem Jubiläum: Zeit für eine ernstzunehmende Bilanz

Die Kant-Jubiläumsjahre 2024/2025 haben eine Flut von Büchern, Artikeln und Talkshow-Formaten produziert – oft verbunden mit der Behauptung, Kant sei der zeitlose Leitstern der Aufklärung, der Architekt moderner Vernunft und Vordenker der Menschenrechte.

Doch viele dieser Beiträge arbeiten mit wiederholten Deutungsmustern, nicht mit einer werkgetreuen Lektüre und schon gar nicht mit dem Stand heutiger Wissenschaft. Was fehlt, ist eine kritische Prüfung:

  • Was hat Kant tatsächlich geschrieben?
  • Wie haltbar sind seine Thesen im Lichte moderner Naturwissenschaft, Kognitionspsychologie, Neurowissenschaft und Demokratietheorie?
  • Und welche Wirkung haben seine Konzepte auf unser heutiges Denken – bis hin zu autoritären Tendenzen in Recht und Politik?
Dieses Buch setzt bewusst nach der Euphorie an: Wenn der Jubel verklungen ist, bleibt Raum für eine nüchterne, faktenbasierte Neubewertung.

Worum es geht

Frontale Kant-Kritik – auf Basis aktueller Wissenschaft

„Der lange Abschied von Immanuel Kant“ ist kein weiteres Kant-Kompliment, sondern eine systematische Demontage der Mythen, die sich um den Königsberger Philosophen gebildet haben. Heinz W. Droste zeigt:

  • Kants Projekt war nicht die Befreiung des Denkens, sondern die Rettung des lutherischen Glaubens vor der radikal-materialistischen Aufklärung etwa der Franzosen und Niederländer.
  • Seine „kopernikanische Wende“ in der Erkenntnistheorie führt in einen subjektzentrierten Idealismus, der mit moderner Physik und Kognitionswissenschaft unvereinbar ist.
  • Seine Moralphilosophie begründet keine universale Ethik, sondern eine Pflichtethik lutherischer Prägung, die Gehorsam über Mündigkeit stellt – widerlegt durch Moralpsychologie und Neurowissenschaft.
  • Seine politische Philosophie ist nicht demokratisch, sondern antidemokratisch: Kant verteidigt eine autoritäre Staatsordnung ohne Widerstandsrecht und mit einem rachsüchtigen Strafrecht.
Kant erscheint nicht länger als „Nationalheiliger“, sondern als Denker, der unsere Gegenwart in zentralen Feldern eher blockiert als befreit.


Unternehmen wir eine Expedition durch die Kant-Mythen!

Vom Denkmal zur Demontage: Die Struktur des Buches

Das Buch führt Sie in drei Teilen durch die Konstruktion, die Illusionen und die politischen Folgen des Kant-Mythos.

Teil I – Die Konstruktion des Mythos
Wie aus Kant ein säkulares Heiligtum wurde

  • Kant als konsumierbares Kulturgut und „Denkprothese“, die eigene Denkanstrengung ersetzt.
  • Heine und Nietzsche als frühe scharfe Kritiker: vom „verwachsensten Begriffskrüppel“ bis zum „Mandarin von Königsberg“.
  • Wie konservative Kant-Interpreten im 18. Jahrhundert Kants Kritik zur Verteidigung von Religion und Obrigkeit gegen die radikale Aufklärung um Holbach und Diderot „umcodierten“.

Teil II – Die Illusionen der Erkenntnis
Der solipsistische Rückfall der theoretischen Vernunft

  • Memetik des Denkens: Wie zentrale Kant-Deutungen (kopernikanische Wende, dogmatischer Schlummer etc.) zu kulturellen Memen wurden, die Kritik überstehen.
  • Kants Scheitern als Naturwissenschaftler und Gottes-Architekt: Fehler im Verständnis der Newtonschen Physik, theologisch aufgeladene Kosmologie.
  • Die angebliche „kopernikanische Wende“ als ptolemäischer Rückfall  – widerlegt durch moderne Physik, Kognitionspsychologie und Neurowissenschaften.

Teil III – Die Diktatur der Moral und des Rechts
Das autoritäre Erbe

  • Der Kategorische Imperativ als protestantische Pflichtethik: empirisch widerlegt durch Moralpsychologie (u.a. Jonathan Haidt).
  • Der „Gottes-Bias“ in Kants Denken: Wie theologische Vorannahmen zu Rassismus und einer hierarchischen Anthropologie führen.
  • Kants Staatslehre als antidemokratisches Projekt – mit Fritz Bauer als Kronzeuge gegen die autoritären Tradition im deutschen Strafrecht.


Für wen dieses Buch geschrieben wurde

Für alle, die Kant nicht nur zitieren, sondern verstehen wollen

Dieses Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich nicht mit Sonntagsreden über Kant zufriedengeben, sondern wissen wollen, wie sein Werk tatsächlich funktioniert – und was es mit unserer Gegenwart macht.

Besonders interessant für:

  • Philosophisch Interessierte, die Kant jenseits akademischer Ritualzitate neu lesen wollen.
  • Journalistinnen und Journalisten, Bloggerinnen und Blogger sowie Podcasterinnen und Podcaster, die nach dem Kant-Jubiläum, der „zweiten Welle“ der Kant-Euphorie im Folgejahr – nach der klärenden Reinigung der „beschlagenen“ intellektuellen „Optik“ suchen.
  • Lehrende in Philosophie, Ethik, Politikwissenschaft und Sozialwissenschaften, die ihren Studierenden eine realistische Alternative zum tradierten Kant-Bild anbieten möchten.
  • Leserinnen und Leser, die sich für Aufklärung, Demokratie, Menschenrechte und säkulare Ethik interessieren – und wissen wollen, wann Philosophie zur Ideologie bzw. freien Erzählung wird.


Wer es geschrieben hat

Über Heinz W. Droste:

Dr. Heinz W. Droste ist Soziologe, Psychologe, studierter Philosoph und Wissenschaftstheoretiker. Nach seiner Promotion in Düsseldorf arbeitete er jahrzehntelang als strategischer Kommunikationsberater für internationale Unternehmen – mit Schwerpunkten in Unternehmenskommunikation, Risikokommunikation und Innovationsprozessen.

Parallel dazu forschte er zur Methodologie der Sozialwissenschaften und zur Analyse öffentlicher Diskurse. Seine analytischen Werkzeuge entwickelte er im Austausch mit international renommierten Forscherinnen und Forschern wie dem Wissenschaftsphilosophen Mario Bunge und dem Kognitionspsychologen Keith Stanovich, einem der Wegbereiter der modernen Rationalitätsforschung.

„Der lange Abschied von Immanuel Kant“ bündelt diese interdisziplinären Erfahrungen zu einer umfassenden, faktenbasierten Auseinandersetzung mit Entstehung, Wirkung und Grenzen philosophischer Konzepte.

Wo gibt es das?

Erhältlich als Paperback und eBook:

Titel: Der lange Abschied von Immanuel Kant – Vom Ende der Diktatur der Vernunft
Autor: Heinz W. Droste
Verlag: Pedion Verlag, Hückelhoven
Erscheinen: 1. Auflage 02/2026
Paperback: ISBN 978-3-9822034-4-7
eBook: ISBN 978-39822034-5-4

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