IQ

  • Wissenschafts-Skeptik: Keine Frage fehlenden Wissens oder fehlender Intelligenz

    Ist Zweifel an Wissenschaft ein Zeichen für Dummheit? Matthew J. Hornsey von der Wirtschaftsfakultät der Universität von Queensland stellte sich im Rahmen einer psychologischen Studie (1) folgende Frage, die Sie sich wahrscheinlich auch stellen: Warum sind Initiativen erfolglos, die Einstellungen von Wissenschafts-Skeptikern ändern sollen? Etwa die Wissenschafts-Verweigerung von Impfgegnern oder Klimawandelskeptikern? Warum funktionieren diese Versuche insbesondere dann nicht, wenn diesen Menschen wissenschaftlich belegte Fakten vorgelegt und auf „vernünftige“ Argumentation Wert gelegt wurde? Als ich dem amerikanischen Psychologen Keith E. Stanovich vor einiger Zeit eine ähnliche Frage stellte (2), wies der bereits auf Folgendes hin.: Es kann keineswegs davon…

  • Intelligente Menschen haben lange Beine, große Köpfe und eine schmale Taille.

    Das Thema Intelligenz ist ein absoluter Dauerbrenner. Um dies zu erreichen, wird es laufend neu aufgewärmt – bisweilen so heftig, dass es überkocht. Dabei übernehmen liebgewonnene aber längst widerlegte Vorurteile eine wichtige Rolle. Die Wirkung dieses falschen Wissens ist manches Mal derart grotesk, dass die dabei geleistete unwissenschaftliche Intelligenz-Analyse enorm unterhaltsame und amüsante Züge gewinnt. So hat die Zeitung „freundin“ in einem jüngst geposteten Beitrag behauptet, Forscher hätten die genetischen Voraussetzungen für Intelligenz gefunden. Dabei ist aus der seriösen Forschung bekannt, dass es keine Chance gibt, so etwas wie eindeutige genetische Voraussetzungen unserer Intelligenz zu ermitteln (1). Trotzdem…

  • Deshalb werden Computer nie wirklich denken …

    Übersetzt: Deshalb werden Computer nie wirklich denken …   Subhash Kak, Oklahoma State Universität Viele fortgeschrittene Projekte der künstlichen Intelligenz deuten an, dass sie auf den Aufbau einer bewussten Maschine hinarbeiten, die auf der Idee basiert, dass Gehirnfunktionen lediglich multisensorische Informationen kodieren und verarbeiten. Die Annahme ist also, dass es möglich sein sollte, die Gehirnfunktionen, sobald sie richtig verstanden sind, in einen Computer zu programmieren. Microsoft hat kürzlich angekündigt, dass es 1 Milliarde US-Dollar für ein Projekt ausgeben wird, um genau das zu tun. Bisher sind die Versuche, Supercomputer-Hirne zu bauen, jedoch noch nicht einmal annähernd gelungen. Ein…

  • Ein Virus hat unsere Eliten im Griff: Der Myside-Bias – Interview mit Keith E. Stanovich

    Internationales Renommee bei der Erforschung des rationalen Denkens Keith E. Stanovich gehört zu den meistzitierten zeitgenössischen Psychologen. Beispielsweise sein klassischer Artikel aus dem Bereich der Entwicklungs-Psychologie über den Matthäus-Effekt in der Bildung wurde in der wissenschaftlichen Literatur über 1.500 Mal zitiert. – In der letzten Zeit haben der Wissenschaftler und sein Team sich auf die menschliche Rationalität konzentriert und deren besondere Rolle als kognitive Kompetenz neben der Intelligenz herausgearbeitet. In diesem Zusammenhang prägte Stanovich unter anderem den Begriff Dysrationalität, um die Neigung von Individuen zu bezeichnen, irrational zu denken und handeln, obwohl sie über ausreichende Intelligenz verfügen. In…

  • Was Kahneman in der Hektik des Nachdenkens wahrscheinlich vergaß …

    Jetzt aber schnell! Etwas spät – erst im Jahr 2012 – habe ich das Buch von Daniel Kahneman – Schnelles Denken, langsames Denken – entdeckt: Besser spät als nie! Dabei kenne ich Ausschnitte Kahnemans Arbeiten schon seit langem. Das zusammen mit Amos Tversky und Paul Slovic herausgegebene “Judgement under uncertainty: Heuristic and biases” (1982) hat einen festen Platz auf meinem Bücherregal. Aufmerksam geworden bin ich auf Kahneman durch Amati Etzionis “The Moral Dimension” (1988) und Mario Bunges kritische Analysen des ökonomischen Paradigmas. In eigenen Texten habe ich mich wiederholt auf Kahnemans und Tverskys Forschungsergebnisse bezogen (z.B. in: „Kommunikation,…