Lisa Feldman Barrett

  • Warum Neurowissenschaftler Kant nicht brauchen – und warum das wichtig ist

    Ein Gedankengang über Meme, Mythen und die Kosten falscher philosophischer Autoritäten Mancher fragt sich, ob es einen Sinn hat, die Philosophie eines Denkers, der vor über zweihundert Jahren gestorben ist, ernsthaft noch einmal mit modernen wissenschaftlichen Konzepten abzugleichen. Genau das habe ich in meinem gerade erschienenen Buch „Der lange Abschied von Kant“ getan – und die Antwort lautet: Ja, es hat einen Sinn. Aber nicht den, den die meisten vermuten. Das Problem: Kant ist ein Meme-Generator Tatsache ist, dass Meme und Mythen rund um Kant derart tief in der philosophischen Diskussion – vor allem in Europa – verwurzelt…

  • Was bereits Kleinkinder ChatGPT voraushaben

    ChatGPT und Konsorten basieren auf „schwacher KI“. Dies ist bereits der zweite Beitrag zum Thema künstliche Intelligenz auf diesem Weblog: In einem vorausgehenden Post ging es um Erfahrungen im Rahmen eines intensiven Tests von ChatGPT. Ergebnis war: Legen wir tatsächlich als Standard menschliches Denken und menschliche Möglichkeiten zugrunde, rationale Überlegungen einzusetzen, zeigt sich die Beschränktheit aktueller KI-Applikationen. Die mit statistischen Algorithmen arbeitenden „Elektronenhirne“ sind beispielsweise nicht in der Lage, für Menschen konzipierte Rationalitäts-Tests korrekt zu lösen. Logisches Schlussfolgern beherrscht das System höchst unvollkommen. Als Fazit kann festgehalten werden: Wer ChatGPT fest genug „schüttelt“, stößt schnell auf grundlegende Mängel…