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  • „Vor Gebrauch schütteln – nach Schütteln nicht mehr zu gebrauchen!“ – ChatGPT outet sich als Bullshit-Generator

    Massive Kampagne im Gange Breitstreuende Medien überschlagen sich im Augenblick in Form von Berichten, welche die Milliarden-Investitionen von Microsoft bei OpenAI und dessen Initiativen aufgreifen. Dahinter steckt: OpenAI profiliert ihre als „künstliche Intelligenz“ vermarkteten Produkte ChatGPT und DALL-E seit Wochen massiv per Werbe-Kampagne. Möglicher Hintergrund: Das Unternehmen möchte eine Bezahl-Version von ChatGPT etablieren. Nach einer Phase der Investitionen in „AI“ und freier Nutzbarkeit im Internet sollen nun endlich Umsätze generiert werden. Eile ist geboten: Google wird kurzfristig ein Konkurrenzprodukt veröffentlichen. Ausgelobte Kompetenzen beeindrucken. Der Marketing-Feldzug verläuft im Augenblick offenbar äußerst erfolgreich. In vielerlei Medien wird die Leistungsfähigkeit von…

  • Psychotherapie per Smartphone-App?

    Psychologen an der Universität Zürich erforschen die Gestaltbarkeit von Persönlichkeiten. „Menschen wollen eine aktive Rolle bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung spielen.“ – Das ist der Ausgangspunkt eines Fachartikels, den die beiden Psychologie-Professoren Mathias Allemand und Christoph Flückiger von der Universität Zürich kürzlich im Fachmagazin einer großen amerikanischen psychologischen Gesellschaft veröffentlicht haben. (1) In ihrem Artikel geht es im Detail um die Möglichkeit, Individuen mit Digitaltechnologie auszustatten, die beispielsweise auf deren Smartphones läuft. Hintergrund ist: Smartphones sind in der Regel stets nah bei ihren Besitzern und können so die Rolle eines „digitalen Coaches in der Tasche“ übernehmen, der in alltäglichen Kontexten Anleitung…

  • In die Irre geführt: Solide und gefälschte Quellenangaben unterscheiden lernen

    Wir werden laufend mit wichtigen, entscheidungsrelevanten Informationen konfrontiert – häufig im Rahmen der Nutzung des Internets und von Social Media.

    Dabei können wir uns nicht immer auf das verlassen, was als angebliche Tatsachen präsentiert wurde: Unterschiedliche Quellen können einander widersprechen, und manchmal gibt es trotz anderslautender Behauptungen der Absender keine dahinterliegende Wahrheit

  • Irrwege des Ruhms: Wenn Experten und Intellektuelle in der Krise öffentlich Meinung machen

    Angesichts der Corona-Pandemie hat die internationale Wissenschaftsgemeinschaft beeindruckende Tatkraft bewiesen und in kürzester Zeit große Erkenntnisfortschritte beispielsweise rund um die Wirkmechanismen beim Eindringen in den menschlichen Körper erreicht. Wer etwa Mitglied der American Association for the Advancement of Science (AAAS) – der weltweit größten Wissenschafts-Gesellschaft – ist, konnte anhand des Science-Newsletters und der wöchentlichen Ausgabe des Wissenschafts-Magazins Science just-in-time am ständigen Erkenntniswachstum teilhaben. Die AAAS hatte dazu eine spezielle COVID-19-News-Rubrik eingerichtet, die auch heute am 8. September 2020 ständig aktualisiert in Funktion ist. Einer der Slogans der AAAS lautet „Now is the Time to Listen to Science” –…

  • Vorurteile überwinden? – Wenn Argumente scheitern …

    Verlorene Mitte – feindselige Zustände Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat Ende April 2019 eine Studie zur Verbreitung von rechtsextremen, menschenfeindlichen und weiteren antidemokratischen Meinungen in der deutschen Gesellschaft vorgelegt. Insgesamt macht die Studie, die unter dem Titel „Verlorene Mitte – feindselige Zustände: Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018/19“ veröffentlicht wurde deutlich: Zwar lassen die telefonisch geführte Befragung hoffen, dass in der Bevölkerung eine hohe Zustimmung zur Demokratie besteht. Nicht zu überhören sind Äußerungen, die auf antidemokratische sowie menschenfeindliche Haltungen gegenüber Angehörigen diverser Bevölkerungsgruppen hindeuten. „Arbeit gegen Vorurteile“ fordern die Studienautoren deshalb in ihrer Ergebniszusammenfassung. Beim Nachdenken über diese „Vorurteils-Arbeit“ schließen sie…

  • Hilfe! – Wir leben in der „Postfaktizität“!

    Seit einiger Zeit ist es in Kreisen bildungsbeflissener Konsumenten überregionaler Feuilletonseiten en vogue, darüber zu diskutieren, wir lebten in postfaktischen Zeiten – eine Perspektive, die als bedrückend empfunden wird. Zum einen bekümmert diese Menschen – mehr oder weniger tiefgründig –, dass Mitbürger – möglicherweise auch sie selbst – sich nicht mehr um Fakten kümmern, sondern vor allem Gefühlen folgen. Parallel schauen sie auf die mediale Präsentation von Politik und vermuten dort die Existenz einer „politischen Postfaktizität“. Worum es sich hierbei handeln soll, bleibt bei Diskussionen um Postfaktizität als politisches Phänomen oft unklar: Ist „Postfaktizität“ tatsächlich ein neues Phänomen?…

  • So funktioniert Denken selbst am Abgrund!

    Denken in entscheidenden Situationen „Denken ist wichtig.“ wird häufig gesagt. Was hinter dieser, auf unserer Hirntätigkeit basierenden Kompetenz steckt, ist noch nicht komplett erforscht. Dass beim Denken im Rahmen des Treffens von Entscheidungen Einiges schief gehen kann, zeigt sich insbesondere beim Verhalten von Anlegern an der Börse. Als Ende der 90er Jahre das Thema Aktie in Deutschland populär wurde – Manfred Krug machte Werbung für die Telekom-Aktie – wurde auch das Thema Denken intensiv diskutiert. Damals ging es darum, wie Aktienanleger denken und warum sie Aktien kaufen, verkaufen und warum sie sich in Situationen zu spät von Aktien…

  • Geteiltes Leid ist doppeltes Leid!

    Umfassende soziale Prägung Tagtäglich fühlen wir uns als von unserem Umfeld losgelöste und emanzipierte Wesen – als Individuen. Doch empirische Forschung der letzten Jahrzehnte macht immer deutlicher, wie umfassend unsere Prägung durch unser soziales Umfeld ist. Blicken wir auf die Evolution: Die Anforderungen des Zusammenlebens in immer größeren Gruppen begleiteten die Entwicklung des menschlichen Neocortex, der neuronalen Grundlage von autonomem Denken und Handeln. Sozio-neurologische Untersuchen zeigen, dass in unserem Großhirn ständig Prozesse ablaufen, die darauf abzielen, den Status unserer Gruppenbeziehung zu überwachen. Wir sind ständig neuronal-kollektiv vernetzt. Gruppenwesen sind wir durch-und-durch – selbst die Struktur und Funktionsweise unseres…

  • Ihr Herz wurde gebrochen? Nehmen Sie ein Aspirin!

    In einem kürzlich in den USA veröffentlichen Buch über aktuelle Ergebnisse der Neurowissenschaften wird von einer höchst interessanten Studie berichtet: Probanden wurden danach gefragt, was sie mehr fürchten – den Tod oder den Auftritt als Rednerin oder Redner vor einem großen, unbekannten Publikum. Wer hätte das gedacht: Die Mehrzahl der Befragten schätzte die Angst vor der Rede am höchsten ein. Ein amerikanischer Comedian schloss daraus, dass es Besuchern einer großen Trauerfeier offenbar lieber sein könnte, im Sarg vorne am Altar zu liegen, als die Trauerrede  davor halten zu müssen. Tiefsitzende Angst vor sozialer Ausgrenzung Doch Scherz beiseite: Was…

  • Dunning-Kruger-Effekt: So lässt sich Inkompetenz bändigen!

    Die Tragik der Unfähigkeit: Blind gegenüber der eigenen Beschränktheit Stellen Sie sich auch manchmal diese Fragen? Wie kommt es, dass es uns oft nicht gelingt, in der Zusammenarbeit etwa mit Kollegen zu einem befriedigenden gemeinsamen Ergebnis zu kommen? Obwohl wir doch über bestens bewährtes – sogar empirisch-wissenschaftlich geprüftes – Wissen verfügen? Warum gelingt es nicht, dieses solide Wissen in erfolgreiches Handeln umzumünzen? Was geht da schief? Viele unterschiedliche Gründe ließen sich dafür auflisten. Eine besonders prägnante und ständig wieder auftauchende Ursache stellt die Unqualifiziertheit von Personen dar, die ihre Fähigkeiten systematisch überschätzen. Diese Inkompetenz hat das Potenzial, den…